Die letzten Tage vor UNFOLD

Die letzten Tage vor UNFOLD

In wenigen Tagen öffnet UNFOLD – Nature’s Potential in Hamburg und gerade fühlt sich mein Atelier ein bisschen so an, als würden alle Fäden gleichzeitig zusammenlaufen.

Die letzten Werke bekommen ihre finalen Details, Titelkarten werden geschrieben, Texte noch einmal gekürzt und verändert, Bilder fotografiert und natürlich entsteht irgendwo dazwischen immer noch die Frage: Ist es jetzt wirklich fertig?

Bei dieser Ausstellung war mir besonders wichtig, dass die einzelnen Arbeiten nicht einfach nur nebeneinander hängen, sondern gemeinsam eine Geschichte erzählen.

Von Kamille, Algen, Korallen und einem inneren Kompass

Für UNFOLD habe ich mich viel mit dem beschäftigt, was in der Natur oft erst auf den zweiten Blick sichtbar wird.

Zum Beispiel mit der Kamille: Ihre Blüte kennen wir weiß und gold, ihr ätherisches Öl kann dagegen ein intensives Blau entwickeln. Mit Algen, deren Inhaltsstoffe in der Pharmazie unter anderem wegen ihrer bindenden und schützenden Eigenschaften genutzt werden. Oder mit Korallen, die über Jahre hinweg Millimeter für Millimeter komplexe Strukturen aufbauen.

Und dann gibt es noch eine kleine Serie, die sich mit Zugvögeln beschäftigt: Natural Compass, Finding Home und Guided by Instinct.

Mich fasziniert der Gedanke, dass manche Vögel einen Teil ihrer Orientierung bereits in sich tragen, bevor sie ihre erste große Reise überhaupt antreten.

Vielleicht ist genau das der Gedanke, der sich durch die gesamte Ausstellung zieht:

Potenzial muss nicht immer erst entstehen. Manchmal ist es längst da.

Ein kleines Detail, das alle Werke verbindet

Während der Vorbereitungen ist außerdem ein Element entstanden, das sich inzwischen durch fast die gesamte Serie zieht: eine feine, unregelmäßige Bordüre entlang der Bildränder.

Sie erinnert mich an alte botanische und pharmazeutische Bücher, an Seiten, auf denen Pflanzen beobachtet, gezeichnet, beschrieben und gesammelt wurden.

Vielleicht ist das auch der Punkt, an dem meine beiden Welten besonders deutlich zusammenkommen: meine Arbeit als Apothekerin und meine Arbeit als Künstlerin.

In der einen Welt beschäftige ich mich mit Wirkstoffen und ihrer Wirkung. In der anderen mit Farbe und der Frage, was sie mit unserer Wahrnehmung macht.

Und jetzt?

Jetzt stehen noch die weniger romantischen Dinge an: Werkliste finalisieren, Preisschilder drucken, Verpackungsmaterial zusammensuchen, letzte Fotos machen, Werke transportieren, ausmessen, hängen und wahrscheinlich ungefähr hundertmal kontrollieren, ob wirklich alles dabei ist.

Aber genau diese letzten Tage mag ich inzwischen fast genauso gerne wie das Malen selbst.

Zum ersten Mal sieht man nicht mehr nur einzelne Arbeiten im Atelier. Langsam wird daraus eine Ausstellung.

Und ich kann es kaum erwarten, UNFOLD endlich als Ganzes im Raum zu sehen.

UNFOLD – Nature’s Potential
19.–20. September 2026 · Hamburg

Ich freue mich sehr auf alle, die vorbeikommen, die Werke entdecken und vielleicht bei dem einen oder anderen Bild etwas sehen, das vorher noch nicht sichtbar war.

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